Kardamom ist mehr als eine Droge

Kardom gibt es in der schwarzen und grünen Gewächsart. Der schwarze Kardamom ist vorwiegend in China, Indien und Vietnam beheimatet. Es ist eine Ingwergewächspflanze. Der schwarze Kardamom ist eine krautige, 1-2 Meter hochwachsende Pflanze. An den Blättern befinden sich Triebe, die Blüten kommen aus dem weit verzweigten Rhizom hervor. Charakteristisch für das schwarze Kardamom sind der kreiselförmige Blütenstand sowie die hellroten verdickten und auch verhärteten Hochblätter. Die Kapselfrüchte haben einen etwa 2cm großen Durchmesser. Der schwarze Kardamom wird vorwiegend in Südostasien angebaut, in einer Höhenlage von 300 bis 1300 Metern. Die Kapseln, die im September geerntet werden, sind ein hervorragendes Gewürz, mit einem herben Geschmack. Diesen rauchigen, herben Duft verdankt das Kardamom der traditionellen Lagerung und Trocknung. Der schwarze Kardamom ist beispielsweise bei Fleischgerichten aus der indischen Küche nicht mehr wegzudenken.

Ebenso entstammt der grüne Kardamom der Ingwergewächsfamilie. Hier werden meist die Samen verwendet, in vielen Fällen auch die getrockneten Kapselfrüchte. Hier handelt es sich ebenfalls um eine krautige Pflanze mit auffälligem Labellum. Die Wuchshöhe kann bis zu drei Meter betragen, manchmal sogar bis zu sechs Meter. In den strohigen, grünlich-gelben Kapselfrüchten befinden sich bis zu acht graue bis rötlichbraune Samen. Der grüne Kardamom entstammt aus den Ländern Thailand, Irak, Südindien und Sri Lanka. Dennoch wird ebenso in den Ländern Vietnam, Madagaskar, Guatemala und Neuguinea vermehrt grüner Kardamom angebaut. Das ist nicht verwunderlich, wird der grüne Kardamom in diesen Ländern auch als Droge gehandelt. Die Kapseln werden noch mit der Hand gesammelt. In ihnen steckt eine aphrodisierende Wirkung, die besonders in den arabischen Ländern geschätzt wird. Im Samen des grünen Kardamoms befindet sich ein ätherisches Öl, das besonders für die gute Küche und den würzig scharfen Geschmack verwendet wird. Die grüne Farbe der Kapsel und die schwarze der Samen ist leicht zu erkennen.

Während der Kardamom hauptsächlich als Bestandteil der indischen traditionellen Küche ist, finden wir ihn mittlerweile auch in der europäischen Küche, beispielsweise im Lebkuchen, in Likören, Wurstwaren und Pralinen. Im arabischen Raum wird dem Mokka Kardamom zugefügt. Als Droge wird das Kardamom vor der Reife geerntet. Vorwiegend an der Malabar-Küste reift dieser Kardamom besonders gut und besteht aus etwa 120 Verbindungen wie Cineol, Limonen, fette Öle, Stärke, Terpineol und viele weitere. Aus medizinischer Sicht sind nur die Samen der Kapselhüllen, die entfernt wurden, verwertbar. Es werden daraus Präparate hergestellt, die besonders gut auf die Magen- und Gallensekretion reagieren. Mit einer Komposition aus Kardamom, Fenchel und Kümmel lassen sich so manche Verdauungsbeschwerden behandeln. Der Appetit wie auch der Speichelfluss werden gefördert. Mit ein wenig Alkohol wird der Geschmack intensiver. Kardamom ist also nicht nur eine Droge im arabischen und asiatischen Raum, sondern auch ein herrliches medizinisches Präparat und eine gelungene Geschmackswürze in der guten traditionellen Küche.